Rezension zu: Alexandra Kautzky-Willer (Hg.): Gendermedizin. Prävention, Diagnose, Therapie. Wien u.a.: UTB Böhlau Verlag 2012.

Heinz-Jürgen Voß

Abstract


Die ‚Gendermedizin‘ ist im Begriff, zu einem antiemanzipatorischen Projekt zu werden. Menschen werden als durch und durch vergeschlechtlicht gedacht, die Ursachen nicht in gesellschaftlicher Ungleichbehandlung gesucht, sondern essentialisiert. Der von Alexandra Kautzky-Willer herausgegebene Sammelband macht diese Entwicklung deutlich. Gleichwohl zeigen sich in ihm vereinzelt auch reflektierte Betrachtungen, die soziale Faktoren in der Analyse zumindest zulassen. Ist der Band als Lehrbuch gedacht und soll er erste Orientierungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen für die Praxis bieten, so wird er beidem nicht gerecht. Vielmehr handelt es sich um einen theoretisch gehaltenen Sammelband für Wissenschaftler/-innen mit lediglich vereinzelten Anregungen für die medizinische Praxis.

Schlagworte


Anthropologie; Körper; Geschlecht; Gender; Wissenschaftstheorie; Ungleichheit

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DOI: http://dx.doi.org/10.14766/1088



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