Rezension zu: Julia Diekämper: Reproduziertes Leben. Biomacht in Zeiten der Präimplantationsdiagnostik. Bielefeld: transcript Verlag 2011.

  • Sebastian Nestler Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Schlagworte: Ethik, Kultur, Macht, Medien, Geschlecht, Gender

Abstract

Julia Diekämper zeigt mit ihrer Studie, wie die Präimplantationsdiagnostik (PID) zum umkämpften Gegenstand medialer Aushandlungen geworden ist. Anhand eines Vergleichs der Diskussion in deutschen und französischen Printmedien wird dargelegt, wie im Sinne Foucaults eine diskursive Auseinandersetzung um die PID stattfindet. Die Arbeit besticht durch ihren klar strukturierten empirischen Teil, der eine geologische Karte des PID-Diskurses zeichnet. Damit wird auch die aktuelle Relevanz des Begriffs der Bio-Macht unterstrichen. Ein Schritt in Richtung einer Genealogie bleibt aber aus. So verbleibt die Studie eher auf der deskriptiven Ebene, das von Foucault stets geforderte Infragestellen von Machtbeziehungen wird nicht eingelöst, aber fundiertes Material für ein solches geliefert.

Autor/innen-Biografie

Sebastian Nestler, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Lehrbeauftragter am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie am Institut für Philosophie
Veröffentlicht
2012-04-13
Rubrik
Rezensionen