Rezension zu: Barbara Rosenkranz: MenschInnen. Graz: Ares Verlag 2008

Regina Frey

Abstract


Die Neue Rechte hat die Strategie Gender Mainstreaming und alle ihre Protagonist/-innen als neues Feindbild entdeckt. Die in Österreich bekannte FPÖ-Politikerin Rosenkranz polemisiert gut informiert über die „Gender-Ideologie“ und malt das Bedrohungsszenario einer geschlechtslosen und kinderlosen Gesellschaft. Für Kenner/-innen des Gender-Diskurses wird schnell deutlich, dass es hier weniger um den Gegenstand an sich als um rückwärtsgewandte Geschlechterpolitik in neuem Gewand und Wahlkampftaktik geht. Der eigentliche Zweck der Strategie Gender Mainstreaming, die Erfüllung des gesetzlichen Gleichstellungsauftrags, wird als „Tarnung“ für das Ziel der Abschaffung der Familie bezeichnet, die sexuelle Orientierung bestimmter (teilweise vermeintlicher) Protagonist/-innen von Gender Mainstreaming als Indiz für das Ziel der Geschlechtslosigkeit herangezogen. Dies als rechte Verschwörungstheorie abzutun ist allerdings zu einfach: Die Autorin beruft sich ausgiebig und dezidiert auf Positionen gegen GM, die bereits in der bürgerlichen Medienlandschaft – allen voran F.A.Z. und SPIEGEL – bezogen wurden.

Schlagworte


Gender Mainstreaming; Parteien; Medien; Geschlecht; Gender

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DOI: http://dx.doi.org/10.14766/714



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