Hexen – Konstruktion und Funktionen eines Mythos

Silke Eilers

Abstract


Felix Wiedemann legt mit seiner Dissertation eine Studie über moderne Hexenbilder vor. Auf der Grundlage einer umfassenden Quellenarbeit analysiert er Entwicklung und Rezeption von Hexenvorstellungen im 19. und 20. Jahrhundert. Bekannte Motive sind dabei die Hexe als weise Frau und als Verfolgte, die gegen christliche Traditionen rebelliert. Wiedemann untersucht den Stellenwert des Hexenmythos als Projektionsfläche für Sehnsüchte, Ideale, Selbst- und Fremdbilder. Er konzentriert sich dafür auf die völkische Bewegung, das Neuheidentum und den Feminismus und arbeitet Parallelen der jeweiligen Hexenrekurse heraus. Zum verbindenden Moment dieser so unterschiedlichen Bewegungen erklärt Wiedemann die Dominanz eines positiven Hexenbildes, dessen Ursprung er auf literarische und mythologische Konstrukte des 19. Jahrhunderts zurückführt.

Schlagworte


Feminismus; Hexen; Nation; Neuzeit; Rassismus; Geschlecht; Gender

Volltext:

HTML


DOI: http://dx.doi.org/10.14766/586



querelles-net wird herausgegeben an der Freien Universität Berlin. ISSN 1862-054X