Grenzgängerin in der Frauenbewegung. Eine biographische Annäherung an Marie Stritt

Katja Weller

Abstract


Im politischen Wirken der Frauenrechtlerin Marie Stritt (1855–1928) liefen unterschiedliche Traditionslinien der organisierten bürgerlichen Frauenbewegung zusammen. Stritt stand sowohl dem kleinen Kreis kompromissloser Stimmrechtsaktivistinnen und Sexualreformerinnen nahe, der damals wie heute häufig als ‚radikal‘ bezeichnet wird. Beeinflusst war sie aber auch von der als ‚gemäßigt‘ etikettierten Majorität im Bund Deutscher Frauenvereine (BDF). Sie lehnte das Denken in vereinfachenden, polarisierenden Kategorien ab und bemühte sich vor allem in ihrer Funktion als Vorsitzende des BDF von 1899 bis 1910 um Vermittlung zwischen den konkurrierenden Frauenkreisen. Zu einer Zeit, in der sich die Frauenvereinsbewegung immer stärker ausdifferenzierte und politisierte, agierte Stritt an der Schnittstelle der verschiedenen treibenden Kräfte. Dass Marie Stritts Vita bislang nur oberflächlich untersucht wurde, erstaunt angesichts dieser herausgehobenen Bedeutung. Elke Schüllers quellengesättigte „biographische Annäherung“ (S. 89) füllt diese Forschungslücke jetzt dankenswerter Weise und bietet dabei neue Erkenntnisse über die Geschichte des BDF.

Schlagworte


Alte Frauenbewegungen; Biografie; Gleichstellung; Neuzeit; Sexualität; Geschlecht; Gender

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DOI: http://dx.doi.org/10.14766/370



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