Frauen als Akteurinnen während des Nationalsozialismus

Natalia Gerodetti

Abstract


Das vorliegende Buch stellt die wichtigen Fragen nach der Beteiligung von Fürsorgerinnnen (Sozialarbeiterinnen) am System der öffentlichen Fürsorge während des Dritten Reiches. Betrachtet werden die Anforderungen an fürsorgerische Aktivitäten während des Nationalsozialismus im Spannungsfeld von Auslese und „Ausmerze“. Esther Lehnert kann zeigen, dass die von der Wissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommene Arbeit der Fürsorgerinnen einen wichtigen Ort der Umsetzung und Bildung der Kategorie „minderwertig“ darstellte. Sie präsentiert Fürsorge nicht als „unpolitisches Helfen“, sondern in ihrer Schlüsselfunktion für die nationalsozialistische Diskriminierungs- und Ausmerzpolitik. Lehnerts Studie basiert explizit auf Forschungspositionen, in denen Frauen nicht ausschließlich als Opfer des Nationalsozialismus gesehen und polare Opfer-Täter Stukturen aufgebrochen werden.

Schlagworte


Bevölkerungspolitik; Nationalsozialismus; Soziale Arbeit; Geschlecht; Gender

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DOI: http://dx.doi.org/10.14766/279



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