Musik in Konzentrationslagern

Gabriele Knapp

Abstract


Die Holocaust-Forschung hat sich jahrzehntelang vorwiegend mit den Verbrechen in den Konzentrationslagern beschäftigt, während Fragen nach dem „Alltag“ der Häftlinge und ihren Strategien des Überlebens nebensächlich erschienen. Untersuchungen zum (Über)Leben im KZ können aber gerade die Brutalität des Systems deutlich machen. So war Musik ein integraler Bestandteil des Lageralltags und diente keineswegs nur der Erbauung der Häftlinge, sondern bedeutete für sie häufig eine zusätzliche Tortur, wie Forschungsarbeiten für die Zeit von 1939 bis 1945 bereits belegt haben. Inwieweit dies für die frühen Lager von 1933 bis 1936 zutraf, untersucht Guido Fackler in seiner Studie. Darüber hinaus versucht er, musikalische Kontinuitätslinien von den frühen Lagern bis in die späte Phase (1937–1945) zu zeichnen. Eine Gesamtdarstellung zu KZ-Musik von 1933 bis 1945 konnte dem Autor indes nicht gelingen, wenn er auch einzelne Zusammenhänge zwischen musikalischen Phänomenen in unterschiedlichen Lagern aufzeigt. Facklers Buch lässt sich eher als Quellensammlung für Musik in unterschiedlichsten Konzentrationslagern verstehen und gebrauchen – wenn auch fast ausschließlich begrenzt auf Männerlager.

Schlagworte


Musik; Nationalsozialismus; Geschlecht; Gender

Volltext:

HTML


DOI: http://dx.doi.org/10.14766/112



querelles-net wird herausgegeben an der Freien Universität Berlin. ISSN 1862-054X