Chancen und Perspektiven der Geschlechtergeschichte – auch für die Zeitgeschichte

Rezension von Sonja Dolinsek

Julia Paulus, Eva-Maria Silies, Kerstin Wolff (Hg):

Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte.

Neue Perspektiven auf die Bundesrepublik.

Frankfurt am Main u.a.: Campus Verlag 2012.

336 Seiten, ISBN 978-3-593-39742-9, € 39,90

Abstract: In diesem aus einer Tagung hervorgegangenen Sammelband fragen die Autor/-innen nach der Relevanz und Tragfähigkeit von zeithistorischen Deutungskonzepten, wie z. B. Liberalisierung und Strukturbruch, für geschlechtergeschichtliche Fragestellungen. Anhand einer großen Bandbreite von Themen wird diese Frage differenziert und aufschlussreich beantwortet. Der eher negativ erscheinende Befund rechtfertigt schließlich die Überlegung, wie das Verhältnis zwischen Geschlechtergeschichte und Zeitgeschichte vor allem hinsichtlich der Formulierung neuer Deutungskonzepte zu verstehen sei.

Liberalisierung, Westernisierung, Wertewandel, Tendenzwende, Bürgersinn, Strukturbruch, Generationalität und Sicherheit – das sind gängige Deutungsmuster zur Untersuchung und Interpretation von Prozessen gesellschaftlichen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland. Selten würden dabei – so die Herausgeberinnen – auch geschlechtergeschichtliche Perspektiven berücksichtigt und integriert, sodass der Eindruck entstehe, die allgemeine Geschichte der Bundesrepublik könne ohne Einbindung geschlechterhistorischer Fragestellungen und Erkenntnisse auskommen. In Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte untersuchen die Autor/-innen die „Relevanz und Tragfähigkeit“ der genannten Deutungskonzepte für „geschlechtergeschichtliche Fragestellungen“ am Beispiel eigener Forschungsprojekte (S. 14). Es wird demnach die Frage betrachtet, ob diese „diagnostizierten Wandlungsprozesse“ (S. 16) durch zeithistorische Forschungen der Geschlechtergeschichte bestätigt werden oder ob vielmehr starke strukturelle Kontinuitäten zu verzeichnen seien.

Im Sammelband, der auf eine Tagung zum Thema „Teilhabe oder Ausgrenzung? Perspektiven der bundesdeutschen Geschlechtergeschichte zwischen Nachkriegszeit und Strukturbruch (1949–1989)“ aus dem Jahre 2010 zurückgeht, werden dreizehn Studien zur zeithistorischen Geschlechterforschung vorgestellt, in welchen die Frage der Tragfähigkeit existierender Paradigmen am Beispiel von in fünf Forschungsfelder zusammengefassten Themen bearbeitet wird: „Nachkrieg und Geschlechterordnung“, „Segregierte Berufswelten“, „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, „Sexualitäten und Körper“ sowie „Partizipation und Protest“. Vier Sektionen enthalten zusätzlich einen Kommentar, in dem nicht nur die Ergebnisse zusammengefasst und systematisiert, sondern oft auch weitergehende Impulse für die Geschlechtergeschichte und ihr Verhältnis zur Zeitgeschichte geliefert werden.

Nachkrieg und Geschlechterordnung

Im ersten Beitrag nimmt Luu Seegers die kriegsbedingte „Erfahrung von Vaterlosigkeit“ (S. 32) bei Mädchen und Frauen nach 1945 in der Bundesrepublik und in der DDR in den Blick. Als einzige liefert sie damit einen aufschlussreichen Beitrag zur deutsch-deutschen Geschichte. Aus einer diskurs- sowie erfahrungsgeschichtlichen Perspektive verdeutlicht sie, dass „die Vaterlosigkeit auf unterschiedliche Weise die Erfahrungen und Deutungen von Frauen und Männern“ prägte (S. 42). Etwas aus dem Kontext gerissen erscheint hingegen Seegers’ Plädoyer für eine Hinterfragung des „Paradigma[s] der Erfolgsgeschichte“ (S. 50) der Bundesrepublik sowie für eine Thematisierung von „Sicherheit“ im Kontext von Konzeptionen von Mütterlichkeit. Irene Stoehr untersucht das antikommunistische Engagement des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen und sein Verhältnis zur 1951 einsetzenden Frauenfriedensbewegung und ihrer Schlüsselfigur Klara-Marie Fassbinder. Dabei analysiert sie die „antikommunistische Konstruktion von Weiblichkeit zur staatsbürgerlichen Schulung der westdeutschen Frauen“ (S. 71) und formuliert die These, dass der Antikommunismus und die „anti-totalitäre“ Ausrichtung der deutschen Frauenbewegung als politische Westernisierung gedeutet werden können.

In ihrem Kommentar identifiziert Kirsten Heinsohn die Frage „nach der Umsetzung der Gleichberechtigung“ als zentral für die Geschlechterordnung in der Nachkriegszeit, da sie vor allem durch eine deutliche Spannung zwischen Norm und Realität bzw. eine „Ambivalenz zwischen Norm und Lebenswelt“ (S. 97) gekennzeichnet sei. Die These des ‚Strukturbruchs‘ in den 1970er Jahren erfährt ihre Zustimmung, wobei sie betont, dass schon in den 1950er Jahren der soziale Wandel zur „langfristigen Dynamik“ dieses Bruches einsetzte: „Soziale Erfahrung und Deutungen des Geschlechterverhältnisses“ (S. 98) bewegten sich aufeinander zu. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung, die auch eine in Richtung Gleichheit und Selbstbestimmung sei, bewertet sie das Konzept der ‚Westernisierung‘ positiv.

Geschlecht, Arbeit und Familie

Sehr aufschlussreich ist Julia Paulus’ Untersuchung der Berufsausbildung junger Frauen in der Bundesrepublik, bei der sie eine „ungebrochene Kontinuität qua Geschlecht“ (S. 143) feststellt – ebenso wie Christine von Oertzen in Bezug auf die Entwicklung weiblicher Hochschulpolitik. Die Bildungsexpansion habe zwar zu „Angleichungstendenzen“ beim Bildungsniveau beider Geschlechter geführt, jedoch sei die „geschlechtsspezifische Segregation“ in Männer- und Frauenberufe besonders zählebig. Eine Betrachtung der Bildungsgeschichte aus der Perspektive der Geschlechtergeschichte weist demnach kaum auf Brüche und fast ausschließlich auf Kontinuitäten hin. Christiane Eiferts Beitrag zur Geschichte des Unternehmerinnenverbandes zeichnet sich vor allem durch die kritische Diskussion der Deutungsmuster Westernisierung, Liberalisierung, Bürgerlichkeit und Strukturbruch aus. Die explizite Definition der Begriffe bzw. der für den Beitrag relevanten Aspekte und die Frage nach der Tragfähigkeit dieser Konzepte sind im Text durchgehend präsent und tragen somit zur Qualität ihres Beitrags bei. Dadurch wird deutlich, an welchen Punkten ein Konzept gegebenenfalls akzeptiert, verworfen oder differenziert wird. Eine ähnliche Vorgehensweise hätte manche der anderen Beiträge bereichert. Im Ergebnis betont sie die Ambivalenz historischer Entwicklungen einerseits und die Eindimensionalität der auf Männer konzentrierten Deutungskonzepte andererseits, welche die „Paradoxien der Moderne“ nicht zu fassen vermögen (S. 159).

Im Kommentar zu diesem Themenblock erinnert Mechthild Bereswill an die „Verknüpfung von Arbeit und Geschlecht und deren strukturierende Wirkung auf die soziale Ordnung“ (S. 160) und die „symbolische Ausgestaltung in Geschlechterbeziehungen“ (S. 161). Auch sie stellt die Grobkörnigkeit des Konzeptes des Strukturbruches für geschlechtertheoretische Fragestellungen heraus und fordert eine Verschiebung des Blickes auf „die Ungleichzeitigkeiten, die paradoxen und unintendierten Effekte und die wechselseitigen Dynamiken der Beharrlichkeit und des Wandels“ (S. 165).

Im Abschnitt „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ werden strukturelle Rahmenbedingungen weiblicher Erwerbstätigkeit und ihr Wandel bzw. ihre Kontinuität erörtert. Der Frage, inwiefern das Erziehungsgeld eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung reproduziert, geht Sarah Summers nach. Auch sie lehnt am Beispiel der Kontinuität des male breadwinner-Familienmodells die Narrative des Strukturbruchs, des Erfolges und Fortschrittes ab. Mit den gesellschaftlichen Debatten und Kontroversen bezüglich der Ganztagsschule befasst sich Monika Mattes in ihrem sehr gelungenen Beitrag. Dabei fragt sie, ob „in der der Arbeitsmarkt- und schulischen Zeitpolitik zugrunde liegenden Geschlechterordnung“ (S. 180) von einem Strukturbruch gesprochen werden kann. „Großnarrative“ wie diesen lehnt sie jedoch ab und fordert eine gemeinsame Betrachtung eher als privat identifizierter Themen, wie Erziehung und Bildung, mit anderen Bereichen, wie z. B. „Sozialstaatlichkeit sowie Bildungs- und Erziehungssystem“ (S. 201).

Sexualitäten und Körper

Inwiefern die „Nutzung der Pille“ in den 1960er und 1970er Jahren „Erfahrungen des Bruchs“ begründete, erörtert Eva-Maria Silies im Themenblock „Sexualitäten und Körper“. Auch Silies lehnt die These des Strukturbruches ab, die nicht nur mit Blick auf Widersprüche und „gegenläufige Tendenzen“ vereinfachend wirke, sondern auch eine Umgehung der „Erklärung der Gründe und Umstände“ von z. B. der Frauenerwerbstätigkeit zulasse. Auch aus der Perspektive der Generationalität sei nach „geschlechtsspezifischen Generationenbildungen“ zu schauen. Benno Gammerl fragt am Beispiel von Kontaktanzeigen in der lesbisch-feministischen Zeitschrift Courage und in Zeitschriften für „männerliebende Männer“(S. 237), „inwiefern die jeweils spezifischen Konfigurationen, Deutungen, Aneignungen, Umformungen und Erweiterungen von Geschlechtlichkeit die hetero-normativ-bipolare Ordnung von Femininität und Maskulinität eher untermauerten oder eher unterwanderten“ (S. 228). Auch er betont die Ambivalenzen der Liberalisierung sowie „widersprüchliche Gleichzeitigkeiten“, in der Exklusionen, Spaltungen oder Essentialisierungen zusammen überwunden und reproduziert würden.

In seinem Kommentar unter dem Titel „Geschlechtlichkeit und Sexualität“ liefert Peter-Paul Bänziger viele inhaltliche Inspirationen. Mit Blick auf die Leitfrage nach der Relevanz und Tragfähigkeit der zu Beginn genannten Deutungskonzepte lehnt auch er die Zuspitzung auf Brüche und damit einhergehende „bruchlose Zeiten“, die dadurch homogenisiert würden, ab. Ferner fordert der Autor die stärkere Bezugnahme auf das analytische Rahmenwerk der Körpergeschichte. Aus diesem Blickwinkel könne man die in beiden Beiträgen deutlich werdenden Ambivalenzen als „Zeichen eines Neuarrangements von Körper- und Selbstverhältnissen“ deuten (S. 254).

Partizipation und Protest

In der letzten Sektion des Bandes ist allen Beiträgen der Versuch einer differenzierteren Darstellung und Rekonstruktion der Frauenbewegung sowie die Ablehnung einer unkritischen und undifferenzierten Übernahme der Konzepte der Demokratisierung und Liberalisierung gemeinsam. Anfang der 1970er Jahre wussten die Mitglieder der autonomen Frauenbewegung wenig über die Geschichte der Frauenbewegung und über potentielle Vorbilder. Kerstin Wolf unternimmt nicht nur eine Historisierung dieser wahrgenommenen Geschichtslosigkeit der autonomen Frauenbewegung, die sie einleuchtend zu rekonstruieren und erklären vermag. Sie untersucht auch die Plausibilität der daraus resultierenden These des Strukturbruchs und korrigiert diese dahingehend, dass vielmehr „Parallelitäten“ (S. 275) untersucht werden sollten.

Elisabeth Zellmer präsentiert ihre Forschungsergebnisse zur Entwicklung der Frauenbewegung in München in den 1970er Jahren. Dabei betont sie die „Vielfältigkeit“ der Frauenbewegung, die sich insbesondere am Beispiel Münchens festmachen ließe. Der Liberalisierungsthese stellt sie die Vorstellung eines „längerfristigen Werte- und Mentalitätswandels“ entgegen (S. 295). Zuletzt befasst sich Imke Schmincke mit der „Politisierung des Privaten“ und der „Körperpolitik und Subjektivierung von Weiblichkeit in der Neuen Frauenbewegung Deutschlands“. Es geht um die Frage, wie Frauen überhaupt erst zu politischen Subjekten werden konnten und wie die „Dynamik von Teilhabe und Ausgrenzung“ (S. 300) die feministische Mobilisierung erst ermöglichte. Auch hier liegt die Betonung auf verschiedenen Entwicklungslinien und Ambivalenzen. Unter dem Titel „Allgemeine Geschichte und Feminismusgeschichte“ kommentiert Kristina Schulz die drei Beiträge, wobei die teilweise Vermischung zwischen „Frau“ und „Geschlecht“ den Erkenntnisgewinn des Beitrages wesentlich schmälert.

Paradigmen und Deutungsmuster hinterfragen und formulieren

Explizit ist nur eine Prüfung der Tragfähigkeit und Relevanz bestimmter Deutungsmuster Gegenstand der Beiträge dieses Bandes. Auf einer abstrakteren Ebene, die in den Beiträgen nicht immer explizit ist, wird jedoch auch die Frage nach der Bedeutung und Rolle der Geschlechtergeschichte für die Zeitgeschichte bzw. nach ihrer Stellung in der allgemeinen Geschichte berührt. Kann und soll die (Zeit-)Geschichte weiterhin ohne direkten Bezug auf die Geschlechtergeschichte übergreifende Deutungsmuster formulieren oder ist dieser Bezug unabdingbar? Kann und soll die Geschlechtergeschichte nicht auch weitergehen und eigene, allgemeinere Deutungskonzepte formulieren, die inklusiver sind als jene Interpretationen einer „übergeschlechtlichen Gemeinschaftserfahrung“ (S. 207)? Kann die Geschlechtergeschichte alternative Deutungskonzepte liefern? Wie beurteilen die Autor/-innen die Frage nach dem Verhältnis zwischen der allgemeinen Geschichte und der Geschlechtergeschichte?

Fast alle Autor/-innen stellen die Nützlichkeit der genannten Paradigmen der allgemeinen Geschichte für die Geschlechtergeschichte in Frage. Doch was impliziert das für das Verhältnis zwischen der allgemeinen und der Geschlechtergeschichte? Während die Notwendigkeit der Entwicklung eigener Paradigmen und Deutungskonzepte deutlich wird, bleibt die Frage nach dem Stellenwert der Geschlechtergeschichte für die ‚Allgemeine Geschichte‘ noch im Hintergrund und wird höchstens in den Kommentaren thematisiert. Heinsohns Vorschlag, Karin Hausens Konzept der „Nicht-Einheit der Geschichte als erkenntnistheoretische Perspektive“ ernst zu nehmen, kann als eine Betonung der Gleichrangigkeit der Geschlechtergeschichte gedeutet werden. Doch Heinsohn ist zurückhaltend und kritisiert nur kurz und indirekt die „Nachrangigkeit der ‚anderen‘ Geschichte“ und die Tatsache, dass „das Einschreiben in die allgemeine Geschichte nicht zum Umschreiben der herrschenden Paradigma geführt hat“ (S. 99). Heißt das aber im Umkehrschluss, dass das Einschreiben der Geschlechtergeschichte in die allgemeine Geschichte auch ein Umschreiben derselben und ihrer Paradigmen erfordert? Nicht nur Peter-Paul Bänziger bejaht diese Frage explizit und betont, dass „geschlechtergeschichtliche Herangehensweisen nicht nur einfach als Korrektiv für andere (zeit-)geschichtliche Zugänge dienen sollten, sondern wesentlich andere Erzählungen formulieren können und dies auch vermehrt tun müssen“ (S. 249). Auch Eva-Maria Silies kann sich „divergierende Periodisierungen und Deutungsmuster“ vorstellen, die „auch geschlechterübergreifende Zusammenhänge der Zeit nach 1945 verdeutlichen helfen“ (S. 224).

Somit kann als Ergebnis der in diesem Tagungsband vereinten Beiträge die Formulierung eines Forschungsdesiderats festgehalten werden: Die Geschlechtergeschichte kann und sollte zu einer Erweiterung der Perspektiven, Paradigmen und Deutungsmuster der allgemeinen Geschichte beitragen. Sie sollte sich nicht auf eine Prüfung derselben beschränken, sondern eigene Interpretationsmuster formulieren. Denn Geschlechtergeschichte ist kein unnötiger, obschon interessanter Seitenblick, die politisch korrekterweise erwähnt werden sollte. Geschlechtergeschichte ist integraler Bestandteil aller anderen Geschichten, wobei es dabei weniger, wie bei Kristina Schulz, um die Berücksichtigung der „Leistungen der Frauenbewegung“ geht, sondern um die Entwicklung analytischer Instrumentarien, die eine geschlechtergeschichtliche Perspektive auf die Vielfalt der Phänomene ermöglichen, die geschlechtlich kodiert sind. Doch bevor sich Historiker/-innen einem ähnlichen Unterfangen widmen, ist eine wissenschaftstheoretische und begriffliche Auseinandersetzung damit nötig, was konkret mit Deutungs- und Interpretationsmustern bzw. Paradigmen gemeint ist und welche Reichweite und analytische Funktion und Tragweite diese haben.

Sonja Dolinsek

Humboldt-Universität zu Berlin

Magistrandin am Institut für Geschichtswissenschaft; Herausgeberin des Online-Magazins "menschenhandel heute"

E-Mail: sonja.dolinsek@hu-berlin.de

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