Rezension zu: Christoph Kucklick: Das unmoralische Geschlecht. Zur Genese der negativen Andrologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2008.

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.14766/786

Schlagwörter:

Männlichkeit, Moderne, Geschlecht, Gender

Abstract

Christoph Kucklick rekonstruiert auf der Grundlage von zeitgenössischen Schriften Männlichkeitsentwürfe um 1800. In einer systemtheoretischen Ausrichtung deutet er die zu dieser Zeit entstehenden Geschlechtersemantiken als Ergebnis der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft. Damit wirft er einen neuen Blick auf die Geschlechterdebatten der Aufklärung, der bislang wenig untersuchte Entstehungs- und Begründungszusammenhänge moderner Männlichkeitskonstruktionen sichtbar macht. Kucklicks Behauptung, erstmals aufgedeckt zu haben, dass der aufklärerische Geschlechterdiskurs durch einen historisch neuen Zweifel an Männlichkeit bedingt sei, ist jedoch ebenso wenig haltbar wie seine provokative Forderung, dass die systemtheoretische Perspektive den machttheoretischen Ansatz ablösen solle.

Autor/innen-Biografie

  • Esther Suzanne Pabst, Justus-Liebig-Universität Gießen
    wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Romanistik, Französische Literatur- und Kulturwissenschaft

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Veröffentlicht

2009-10-16

Ausgabe

Rubrik

Offener Teil