Weibliche Arbeitserfahrungen in der DDR
Abstract
Annegret Schüle kommt in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die DDR-Diktatur das Leben von Frauen mehr veränderte als das der Männer. Ihre auf Interviews basierende Untersuchung fokussiert den (Berufs-)Alltag von Frauen in der Leipziger Baumwollspinnerei. Anhand der drei Kategorien „Generation“, „Frauenarbeit“ und „Vergemeinschaftung im Betrieb“ diskutiert sie die geführten Interviews , die Förderung weiblicher Erwerbstätiger einerseits und das Negativimage des Textilbetriebs andererseits. Die Autorin legt eine überzeugende Studie zur Erfahrungsgeschichte weiblicher Industriearbeit vor und zeigt am konkreten Beispiel, wie die DDR-Gesellschaft in einer von Frauen getragenen familiarisierten Betriebskultur nicht aufgebrochen, sondern in einer eigentümlichen Verbindung von Geborgenheit und Unterordnung reproduziert wurde.


