Das künstliche Geschlecht. Androiden in Literatur und Film
Abstract
Das Motiv des künstlichen Menschen bildet eine ebenso stabile wie vielfach variierte Konstante der abendländischen Literaturgeschichte von Homer bis Houellebecq. Die ihm zugrundeliegende Konstellation Schöpfer – Geschöpf bzw. Subjekt – Objekt wird von einem wirkmächtigen kulturanthropologischen Denkschema überlagert, das seit Platon und Aristoteles das Männliche als geistiges, aktives und formstiftendes, das Weibliche hingegen als passiv-empfangendes, stoffliches Prinzip identifiziert. Genderspezifisch perspektivierte Lektüren von Texten über Automaten und Androiden, wie sie der Band Textmaschinenkörper versammelt, bieten sich daher an, um die (literar-)historische Komplexität sozialer, kultureller, diskursiver und nicht zuletzt technologisch-szientifischer Geschlechterzuschreibungen näher auszuleuchten.


